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Entgegen existierender Vorurteile fühlen sich die Einwohner Lichtenbergs in ihren Kiezen sehr wohl. Der Bezirk ist sehr schön zum Wohnen. Leider gibt es nicht viele Arbeitsplätze, trotz großer, aber leer stehender Gewerbegebiete. Hanaa El-Hussein vor dem Tierpark Berlin Bilder kann vergrößert werden
Hanaa El-Hussein vor dem Tierpark Berlin


Eine der ersten Assoziationen mit Lichtenberg ist leider viel zu oft der Begriff "Stasi". Dieser Überwachungsapparat hatte tatsächlich mit Hauptquartier und Untersuchungsgefängnis zwei Standorte seines Treibens auf dem Gebiet vom heutigen Lichtenberg. Für Politiker des Bezirks ist die Auseinandersetzung mit diesem Teil der Vergangenheit Pflicht, aber nicht von allen politischen Kräften wird die kritische Auseinandersetzung gefördert.

Lichtenberg hat auch im Berliner Maßstab einige Highlights zu bieten. Der Tierpark Friedrichsfelde ist der größte Landschaftstiergarten Europas. Und das Tierheim Berlin in Falkenberg zählt zu den größten Tierheimen des Kontinents. Die Trabrennbahn Karlshorst zieht mit Großveranstaltungen immer mehr Besucher an. Und mit der Max-Taut-Aula am Nöldnerplatz und dem Mies-van-der-Rohe-Haus am Obersee befinden sich zwei hervorragend restaurierte architektonische Schätze im Bezirk. Außerdem ist Lichtenberg ein Bildungs-, Sport- und Gesundheitsstandort. Mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie der Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) befinden sich gleich zwei Hochschulen in Karlshorst. Das Oskar-Ziethen-Krankenhaus (OZK) genießt als medizinischer Partner der Charité internationales Ansehen. Ebenfalls international bekannt ist das Sportforum Hohenschönhausen, der größte Olympiastützpunkt Deutschlands.

Hanaa El-Hussein am Obersee Bilder kann vergrößert werden
Hanaa El-Hussein am Obersee
Viele Oasen machen den Bezirk liebens- und lebenswert, wie z. B. das Gebiet um den Obersee und Orankesee sowie der Fennpfuhl.

Die Politik Lichtenberg beschäftigt sich zur Zeit u.a. mit folgenden Themen bzw. sollte sich damit beschäftigen:

  • Bürgerbegehren zur Unterstützung der Ansiedlung eines Globus SB-Warenhauses an der Landsberger Allee: Die FDP Lichtenberg ist dafür, dass die Bürger in dieser Frage selbst entscheiden sollen. Es ist wirtschaftspolitisch unverständlich, dass in Lichtenberg Verwaltung und Politik versuchen, per staatlicher Planwirtschaft die Entwicklung des Einzelhandels zu steuern. Daduch werden sinnvolle Investitionen verhindert. Wenn das SB-Warenhaus nicht nach Lichtenberg kommt, freut sich ein anderer Berliner Bezirk über die Arbeitsplätze.
  • Kraftwerk Klingenberg: Vattenfall hat seine Pläne für ein großes Kohlekraftwerk vorerst zurückgezogen. Die FDP lehnt einen Ausbau der Monopolstellung von Vattenfall ab und befürwortet eine dezentrale Energieversorgung für Berlin durch mehrere Standorte und Wettbewerber mit kleineren Kraftwerken.
  • Ärztliche Versorgung: Der Standort des Ärztehauses am Prerower Platz ist gefährdet, da der Vermieter, die AOK, keine langfristigen Mietverträge bietet. Deshalb können dringend benötigte Investitionen von den Ärzten nicht vorgenommen werden. Da erste Fachärzte den Standort bereits verlassen haben, ist die ärztliche Versorgung Neu-Hohenschönhausens in Gefahr und dringender Handlungsbedarf für die Lokalpolitik.
  • Wohnortnahe Versorgung mit Grundschulen: Der Zuzug von Familien mit Kindern z. B. in Rummelsburg erfordert eine Überprüfung bestehender Schulentwicklungsplanungen, um weite Schulwege für Grundschüler zu vermeiden.
  • Verkehrsinfrastruktur: Lichtenberg ist verkehrstechnisch schlecht erreichbar. Die Tangentialverbindung Ost (TVO) wird dringend benötigt, um die Treskowallee vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Auch die Planung zum Ausbau der A 100 sollte aufrecht erhalten werden und die Umsetzung weiter vorangetrieben werden, um Lichtenberg an die Stadtautobahn anzuschließen. Diese Verbesserung der Infrastruktur würde die Attraktivität für Investoren erheblich verbessern, und Gewerbeansiedlungen befördern. Grundsätzlich sollten lieber die Straßen Lichtenbergs saniert werden, anstatt Geschwindigkeitsbegrenzungen wegen Straßenschäden zu verordnen.

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